Ihre Website rankt bei Google — aber taucht sie auch auf, wenn jemand ChatGPT oder Perplexity nach einer Empfehlung in Ihrem Bereich fragt? Für einen wachsenden Teil der Recherche ist das die entscheidende Frage. Dieser Ratgeber ist eine Anleitung zum GEO-Check: So prüfen Sie selbst, wie KI-Systeme Ihre Marke heute sehen — und wo die Voraussetzungen für KI-Sichtbarkeit fehlen. Als Ergänzung zum klassischen professionellen SEO Audit gehört dieser Blick heute dazu.
Eine ehrliche Vorbemerkung, die zu GEO immer gehört: Die Ergebnisse von KI-Systemen sind nicht deterministisch — dieselbe Frage kann morgen anders beantwortet werden. Ein GEO-Check liefert deshalb kein festes „Ranking“, sondern ein Bild davon, ob die Voraussetzungen stimmen, unter denen eine Nennung überhaupt möglich wird.
Was ein GEO-Check prüft
Anders als ein klassischer SEO-Check (der Crawling, Indexierung, Technik betrachtet) schaut der GEO-Check auf vier Ebenen, die darüber entscheiden, ob eine KI Ihre Marke findet, versteht und zitiert:
- Wahrnehmung: Kennt und beschreibt die KI Ihre Marke korrekt?
- Erreichbarkeit: Können die KI-Crawler Ihre Inhalte überhaupt lesen?
- Extrahierbarkeit: Lassen sich aus Ihren Seiten klare Aussagen ziehen?
- Entität & Reputation: Ist Ihre Marke eindeutig erkennbar und im Web konsistent?
Gehen wir sie der Reihe nach durch — mit konkreten Schritten, die Sie selbst durchführen können.
Teil 1: Der Wahrnehmungs-Test (30 Minuten)
Fragen Sie die wichtigsten KI-Systeme direkt. Nutzen Sie ChatGPT (mit aktivierter Websuche), Perplexity und, wo möglich, Google mit KI-Übersicht.
- Empfehlungsfrage: „Welche Anbieter für [Ihre Kategorie] in [Ihre Region] kannst du empfehlen?“ → Wird Ihre Marke genannt? An welcher Stelle? Neben wem?
- Direkte Marken-Frage: „Was kannst du mir über [Ihre Marke] sagen?“ → Wird sie korrekt beschrieben — oder erfindet die KI Details (ein Warnzeichen für eine unklare Entität)?
- Themen-Frage: „Wie löst man [ein Problem aus Ihrem Fachgebiet]?“ → Taucht Ihre Website als Quelle auf?
Notieren Sie die Antworten. Sie sind Ihre Ausgangsbasis — und der ehrlichste Realitätscheck, den es gibt. Wichtig: Wiederholen Sie die Fragen an verschiedenen Tagen, weil die Antworten schwanken. Ein einzelnes Ergebnis ist eine Momentaufnahme, kein Urteil.
Teil 2: Der Erreichbarkeits-Check
Wenn KI-Crawler Ihre Seite nicht lesen dürfen, können Sie nicht zitiert werden.
- Öffnen Sie
ihredomain.de/robots.txtim Browser. Werden GPTBot (OpenAI), PerplexityBot (Perplexity) oder Google-Extended (Google) blockiert? - Ist der Block beabsichtigt? Manche Unternehmen sperren KI-Crawler bewusst. Wenn Sie aber in der KI-Suche vorkommen wollen, müssen die jeweiligen Bots Zugriff haben. Die Entscheidung ist Ihre — sie sollte nur bewusst getroffen sein, nicht versehentlich.
Teil 3: Der Extrahierbarkeits-Check
Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten mit den Augen einer Maschine:
- Beantwortet die Seite die zentrale Frage sofort — idealerweise im ersten Satz eines Abschnitts? Oder ist die eigentliche Aussage in Marketing-Text verpackt?
- Gibt es klare Strukturen — Überschriften als Fragen, Listen, Tabellen, Definitionen? Solche Formate sind maschinell leicht auszuwerten.
- Sind Fakten konkret (Zahlen, Eigenschaften, Schritte) statt vage („höchste Qualität“)?
Faustregel: Was ein eiliger Mensch in fünf Sekunden als Antwort erkennt, erkennt auch eine KI leicht.
Teil 4: Der Entitäts- und Reputations-Check
- NAP-Konsistenz: Sind Name, Adresse, Kontakt und Fachgebiet Ihrer Marke über Website, Profile und Verzeichnisse hinweg identisch?
- Strukturierte Daten: Nutzen Ihre Kernseiten Organisations- bzw.
LocalBusiness-Schema, das Ihre Marke maschinenlesbar macht? - Erwähnungen: Findet sich Ihre Marke auch außerhalb der eigenen Website in passenden Zusammenhängen wieder?
Widersprüche und Lücken hier sind der häufigste Grund, warum eine KI eine Marke „nicht richtig kennt“.
Ihre GEO-Check-Auswertung
Zählen Sie zusammen, wo Sie „Nein“ oder „unklar“ notiert haben. Das sind keine Schulnoten, sondern eine Prioritätenliste:
- Erreichbarkeit blockiert? → Höchste Priorität. Ohne Crawler-Zugang ist alles andere wirkungslos.
- Marke wird falsch beschrieben / nicht erkannt? → Arbeit an Entität und Konsistenz.
- Inhalte schwer extrahierbar? → Struktur und Klarheit der Kernseiten verbessern.
- Gar nicht genannt trotz guter Basis? → Reputation und thematische Tiefe ausbauen.
Ehrlich über die Grenzen der Messung
GEO-Messung ist ein junges Feld. Es gibt kein etabliertes „KI-Ranking-Tool“, das verlässliche Prozentwerte liefert — und wer Ihnen „Sie sind zu 73 % in KI-Antworten sichtbar“ verspricht, erfindet diese Zahl. Der GEO-Check liefert deshalb bewusst ein qualitatives Bild und eine Prioritätenliste, keine Scheinpräzision. Genau diese Ehrlichkeit ist bei GEO ein Qualitätsmerkmal: bessere Voraussetzungen schaffen, statt garantierte Ergebnisse zu behaupten, die niemand kontrolliert.